Lava - trotziges Material

„Mongibello“ nennen die Sizilianer ihn liebevoll, der heimischen Mundart noch mächtige Insulaner sagen „u Munti“,
wenn sie von ihrem Berg zu reden anheben, und meistens schwingt dabei Respekt und Sympathie mit.

Sicherlich wird man in Catania im Jahre 1669 andere Ausdrücke im Munde geführt haben,
als es dem Ätna gefiel, einen Lavastrom durch das Städtchen zu schicken und kurzfristig eine lästige

und teure Sanierung zu erzwingen (die 1693 schon wieder fällig war - Erdbeben! Was für eine Gegend!).

Doch der Ausbruch hatte auch sein Gutes: Er produzierte sehr dichtes, von Gasblasen weitgehend

freies Basalt-Gestein, ideales Material für - nun, für alles, was jeglicher Witterung trotzen
und dabei präzise Maße erhalten und behalten soll,

 

wie zum Beispiel diese Tischplatten.  

Wer es genau wissen will:
Porphyrischer Hawaiit, also Lava mit weniger als 52 % Kieselsäure.   

Die Tischplatte

Dank modernster Säge- und Schleiftechnik ist jede Tafel eben, feinporig und planparallel.

Lieferbar sind runde Tische in 60, 75, 90 und 120 cm Durchmesser, sowie

längsovale und rechteckige Exemplare in ein- oder mehrteiliger Ausführung.

Die Stärke der Platten beträgt 3 Zentimeter.


Es wäre ausgesprochen frustrierend für die Kunsthandwerker, würden sich  erst beim Brand

des fertig dekorierten Werkstücks Risse und Abplatzungen auftun, deshalb wird die auf Maß

geschliffene Platte schon vor der Bemalung im Ofen geglüht, um Spannungen abzubauen

und eventuellen Gaseinschlüssen auf die Spur zu kommen. Zunächst auf Sizilien, später

in ganz Italien fanden sich Künstler, die diese Steintafeln mit mediterranen Barock-Mustern versahen.

Die Glasur-Techniken dazu sind seit der Römerzeit bekannt und gerieten auch nicht in Vergessenheit,

weil sie eine glasartige Oberfläche ergeben, die enorm dauerhaft,

lichtecht und - für uns besonders vorteilhaft - frostsicher ist.
So ist der Tisch auch in der grauen Jahreszeit ein charmanter Blickfang.    
Der Frost-Trotz ist vor allem deshalb eine feine Sache, weil so ein Tisch mit beispielsweise

120 cm Durchmesser durchaus drei Zentner auf die Waage bringt und nicht mal so eben weggestellt wird. 

 

Das Tischgestell

Zum stattlichen Gewicht trägt auch das von uns bevorzugte Gestell bei, so stabil,
dass die Tischplatte nicht ins Schwingen gerät. Die Füße sind
so geschickt angeordnet, dass die Kippgefahr minimiert ist und Schienbeine
und Knie der daran Sitzenden geschont werden. Es besteht aus Eisen,
ist trotz seiner Stabilität zerlegbar und trägt - je nach Größe - mit rund
50 kg zum Gesamtgewicht des Tisches bei, denn die drei Bauteile
bestehen aus Vollmaterial und nicht aus Rohren.
Die Gestelle sind mit einer starken dunkelgrauen Pulverbeschichtung
gut gegen Korrosion geschützt. Natürlich kann die Beschichtung
an den Aufstands-Flächen abscheuern, wenn das Gestell häufiger
über den Untergrund gezogen wird. Deshalb bieten wir optional
Schutzteller aus schwarzem Kunststoff an.  

Tische bis 75 cm Durchmesser werden mit einem pulverbeschichteten Gusseisen-Gestell mit nivellierbaren Füssen und einem zentralen Stiel geliefert.

 

Die Bemalung

Sämtliche von uns angebotenen Motive werden von Kunsthandwerkerinnen in der Toskana

mit lichtechten Keramikfarben von Hand hergestellt. Die Ausnahme von der Regel sind Firmenlogos

und Ihre eigenen Entwürfe, die, als Datei zur Verfügung gestellt, als hochwertige keramische

Aufschiebebilder gefertigt werden. Jede Tischplatte ist ein Einzelstück.

Mess-Schieber und RAL-Farbkarte haben hier keine Daseinsberechtigung.

Vor dem letzten Brennvorgang wird eine glasartige Versiegelung aufgetragen,

die der „Benutzeroberfläche“ ihre große Widerstandsfähigkeit gegen mechanische, thermische

und chemische Einflüsse verleiht. Beim Abkühlen der gebrannten Tischplatte entsteht ein feines Netz

aus Haarrissen auf dem Dekor. Dieses Craquelé trägt sehr schön zur barocken Erscheinung  

der Tischplatte bei. Es wird durch die Endbeschichtung dauerhaft verschlossen und hat auf

die Lebensdauer der Dekoration keinen Einfluss. Die Unterseite der Tischplatten wird nach

dem letzten Präzisionsschliff nicht bearbeitet und präsentiert sich entsprechend steinrauh.  

 

 

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